Die ultimative BANDSTORY
Einmal Rockstar und zurück.. die Geschichte von fünf, sechs, vierzehn jungen Menschen, die auszogen, um Legenden zu werden.
Die fünf Gefährten..
Im Jahre des Herrn 1995, genauer gesagt im Dezember '95, begab es sich, dass fünf wilde Jungen in Hamburg Wilhelmsburg zusammentrafen, um sich einer angehenden Karriere als Rockstar zu widmen. Sie alle hatten unterschiedliche Fähigkeiten: Das Rezept hierfür war einfach und glasklar: Mangelnde Vorerfahrung und wichtige Kriterien, wie der Besitz eines Instrumentes und die Fähigkeit jenes festzuhalten. Weiterer Faktor war das Wissen in welchem angeschimmelten Schulkeller man sich verkriechen konnte, um die Töne zu produzieren, die der Welt noch gefehlt hatten.
Schnell war auch ein Name gefunden: NOISE POLLUTION sollte ihr Schatz heißen und angespornt von Bands wie Nirvana, Metallica, Guns`n`Roses entstanden in einem eben besagtem Keller musikalische Leckerbissen wie 'Faces of Death', 'Crusty', 'Deine Lakaien' und andere Songs mit ähnlich sozialkritischen Titeln.
Bereits nach einem halben Jahr, im Frühjahr 1996, küsste Fortuna die jungen Helden zum ersten Mal und gab ihrer Karriere eine entscheidende positive Wendung. Die heiligen Hallen des Kirchdorfer Klosters 'Lass 1000 Steine rollen' sollten von nun an den fünf Musikern als Übungsstätte dienen und in den folgenden Jahren eine bedeutende Kletterhilfe auf den Rockolymp werden.
Als nach kurzer Zeit der Abt Sankt Berndus den aufstrebenden Rockstars ohne Können für September '96 einen Auftritt im Trockendock ankündigte, erfolgten Freudentänze, Ohnmachtsanfälle und Herzattacken. Jedoch trübten erste Verluste die Freude auf dieses Ereignis. Im Sommer '96 verließ der junge und talentierte Schlagzeuger Slaven die Band. Kurz darauf ließ sich der Bassist Marco aufgrund notorischer Lustlosigkeit aus der Band entfernen. Die Euphorie über die anstehende Show hielt sich nun mehr in Grenzen, denn nur mit zwei Gitarren und einem Sänger war der geplante Auftritt nicht zu bewältigen.
Erste Unterstützung
Das Schicksal spielte den drei Hinterbliebenen gut mit, denn der herzensgute Drummer Krümel und die liebenswürdige Bassistin Claudia Möller, beide ebenfalls tätig im Kloster, entschlossen sich kurzerhand, die Lücken in der Kapelle zu schließen. Innerhalb von sechs Wochen brachte diese neue Formation ein musikalisches Programm auf die Bühne, so dass die allererste Darbietung ein kleines Stück Rockgeschichte wurde. Wenn man mal von so irrelevanten Sachen wie ungleichem Tempo, verpassten Einsätzen, stetem Vergreifen, Versingen und Vergessen absieht, so konnte man glauben, dass diese Band spätestens im Jahre 2348 den Durchbruch schaffen würde. Eine große Zukunft stand den neuen Fünfen also bevor. Jedoch sollten auch Krümel und Claudia der Combo nicht lange erhalten bleiben, denn sie waren beide anderweitig vergeben.
Schützenhilfe - Freunde fürs Leben
Die Nachfolger ließen nicht lange auf sich warten. Der grandiose Vollblutmusiker Ali wollte den abermals Alleingelassenen mit seinen Sticks wortwörtlich Schützenhilfe bieten. An den Bass beabsichtigte, sich der große Jan zu wagen, welcher genauso viel musikalische Erfahrung hervorbrachte, wie seinerzeit die drei Gründungsmitglieder Michi, Paddy und Sven. Mit diesen beiden neuen Mitstreitern wurde die Musik ein weites Stück nach vorne getrieben und vor allem sollte eine Freundschaft fürs Leben entstehen, welche jede einzelne verbrachte Sekunde im Proberaum tausendfach rechtfertigt.
Wenig später sollte noch ein junger Musiker dem kreativen Kombinat beitreten: der immerlustige Don Juan, welcher die Gesangsfront verstärken sollte. Die klassische Crossoverbesetzung war nun komplett und man schritt weiter vor, inspiriert von Helden wie Such a Surge, Biohazard oder Rage against the machine auf dem Weg zum Rocksternenhimmel! Die Band schaffte es sogar im Herbst 1997 in das Finale eines Rockbandbattles und belegte immerhin den vierten Platz. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde der Name in DIE LETZTE INSTANZ geändert, ein Procedere, welches nicht zum letzten Mal erfolgen sollte.
Der neue Name sollte den Mannen zeitweilig Glück bescheren, denn es wurden zwei der erfolgreichsten Auftritte in ihrer Karriere abgelegt: zum einen im Frühjahr 1998 im Hornbachers und im Rieckhof beides Locations in Hamburg - Harburg. Jene Veranstaltungen waren ebenfalls Bandwettbewerbe, in denen die glücklosen Sechs in der Vorrunde ausschieden, aber dennoch fremde Menschen zum Tanzen brachten. Dies war, ist und wird ewiglich für die meisten innerhalb der Band eines der höchsten und erfreulichsten Ziele sein.
Die Sache mit dem Namen..
Namen sind Schall und Rauch, so sagt man und gerade hinsichtlich dieser Bandgeschichte sollte man sich das immer vor Augen halten. Nachdem 'DIE LETZTE INSTANZ' als Name durchaus lange anhielt, sah man sich erneut genötigt den Namen zu ändern, da es Namensvettern gab die viel größer und böser waren als die Helden dieser Geschichte. Zeitweilig hörte man deshalb auf den geistreichen Namen 'DIE KRITISCHE MASSE', nur um irgendwann zu beschließen, dass jener genauso klingt wie die Assoziation, welche manch einer bei diesen Worten entwickeln konnte. (Dies hätte wiederum zu Problemen mit dem Merchandising geführt, denn Mr.Hanky-Puppen wurden bereits im anderen Kontext eingesetzt) Kurzerhand nannte man sich also ABBEY CHASE, was bis zu dem heutigen Tage angehalten hat. Ein Name, welcher nicht viel zu sagen hat, ein Name für Freaks, aber wer SIE kennt, der weiß, dass es dennoch ein sehr schöner Name ist.
Vielflüche und Stilbrüche..
Doch wie man seinen Namen wechselt, so wird man oder zumindest diese Band dazu genötigt auch seine Mitglieder auszutauschen, denn erneut sollte ein Verlust das Chaosorchester belasten. Multitalent Ali verabschiedete sich von der Band, um sich anderen musikalischen und musischen Projekten zu widmen, zum Glück blieb er allerdings dem kreativen Umfeld und seinen Freunden erhalten.
Mal wieder musste also ein neues Mitglied der Kommune AC beitreten. Mit der Zeit schien die Combo routinierter in solchen Angelegenheiten, denn es wurde nur kurz gesucht und lang (immerhin gute zwei Meter) gefunden. So betrat Julian Kramper alias Dr. Siebenachtel das Bandleben von ABBEY CHASE, um mit seinen Schlagzeugkünsten und schrägen Ideen den musikalischen Horizont zu erweitern. Diese neuen Ideen sollten nach und nach zu einer aufstrebenden Verspieltheit, ungraden Takten und einem (von manch einem Bandmitglied lang ersehnten) Blick ins Detail beim Songwriting führen.
In dieser neuen Konstellation wurde ein kleiner Traum Wirklichkeit: ein Auftritt im Hamburger Logo anno domini 2001! Es war kein leichtes Unterfangen, zu sechst auf so einer Bühne zu stehen, aber dennoch lieferten die Schmalspurrocker eine passable Leistung ab. Aber auch dieser erfolgreiche Abend sollte das Schicksal nicht davon abhalten, einen weiteren Verlust im Abbey Chase Universum zu provozieren. Aufgrund eines wunderschönen, extrem süßen, lebenswerten Arbeitsunfalls, verließ das halbe Gesangsduo Juan die Band. Dieser Verlust sollte sich noch am selben Tag weiter potenzieren. Abermals anbelangte es die Rhythmusfraktion und da der Schlagzeuger verhältnismäßig kurz dabei war, hatte Freund Schicksal sich mit logischer Konsequenz den Bassisten Jan ausgesucht, der sich entschloss, just in dem selben Moment wie Juan zu gehen. Er verließ die Band und in seine übergroßen Fußstapfen sollte nun der junge potentielle Rockstar Karl Phillip Levermann treten. Obwohl ursprünglich Gitarrist, traute er sich an die dicken vier Saiten heran und brachte einen weiteren neuen Einfluss in die Musik und zusätzlich viele neue Ideen für die Gitarre.
Der Ausstieg Juans führte auch zu einer zwangsläufigen Veränderung des Gesangsstiles innerhalb der Band. Da einige Zeit vor Juans Ausstieg bereits eine Mischung aus echtem Getriller und Rap entstanden war und Juan zumeist die gerappten Parts eingebracht hatte, nahm von nun an der Sprachgesang langsam aber stetig ab. ABBEY CHASE machten innerhalb der darauf folgenden Zeit eine musikalische Wandlung durch. Der klassische Crossover verschwand hinter dem Rockhorizont und das damals noch nicht so sehr existente Unwort Nu-Metal, vor allem vertreten durch die Deftones und Incubus, fand nun noch stärker als zuvor seinen Einfluss in die Musik, auch wenn die deutsche Sprache weiterhin primäre Ausdrucksform sein sollte.
Eine neue Zeit..
Obwohl ABBEY CHASE ihren Namen nicht änderten sondern lediglich ihren Musikstil nach und nach überarbeiteten, kam es zum wiederholten Male zu einem Rückschlag in der Band, so dass sich langsam aber sicher Gerüchte verbreiteten, die drei Urväter der Combo wären verflucht. Denn letztendlich sollte nun ein hoffentlich allerletztes Mal die Rhythmusfraktion ausgetauscht werden. Unverhofft verloren die wackeren, gebeutelten Drei vor nicht all zu langer Zeit - im Laufe des Jahres 2003 - Drummer Julian endgültig an den Samba und Bassist Karl an die Gitarre. Wieder einmal folgte nach Schicksalsschabernack ein Glückslos, denn sowohl Schlagzeug als auch Bass konnten instrumental aber auch vor allem menschlich voll und ganz ersetzt werden. Den Viersaiter übernimmt nun seit geraumer Zeit Baco und für den Beat fühlt sich nun Claas verantwortlich...
In dieser Konstellation machen ABBEY CHASE derzeit im Jahre des Herrn 2004 Rock vom Feinsten und haben den beschwerlichen, wechselreichen Weg zum Olymp des Rocks immer noch nicht verlassen. Der erste Auftritt in dieser Endbesetzung wurde auch bereits vier Wochen nach Bacos Einstieg vollzogen. Ende November 2003 rockten ABBEY CHASE das MarX in Hamburg und spielte sich mit blutigen Fingern in das Finale des Highnoon-Rockbandbattles in der Markthalle und auch in das Herz des einen oder anderen Zuschauers..
Da capo wechselte Abbey Chase seine Besetzung und nach nunmehr über sieben Jahren scheint dieses Spiel ein endgültiges Ende gefunden zu haben. ABBEY CHASE wandelten ihren Stil mit der Zeit in einen sphärischen harten Rock, obwohl die alten Wurzeln dennoch weiterhin irgendwie auffindbar sind. Selbst wenn dies schwerlich zu hören ist, sollte jedem klar sein, dass jedes einzelne der, sage und schreibe VIERZEHN, Bandmitglieder einen Teil dazu beigetragen hat, dass ABBEY CHASE sind wie sie sind und klingen wie sie klingen, und dass durch jene Combo Freundschaften, Momente und Klänge entstanden, die diese ständige Achterbahnfahrt der Gefühle stets lohnenswert gestalten...
DIE GESCHICHTE GEHT WEITER! AKTUELLE VERÄNDERUNGEN BEFINDEN SICH IM TAGEBUCH!